Presse
Herzlich willkommen in unserem Pressebereich! Hier stellen wir medienrelevante Informationen und honorarfreie Bilder zu unserem Festival OSTEN bereit, die im Kontext der Berichterstattung und bei Nennung des Copyrights gerne genutzt werden dürfen. Für die Aufnahme in unseren Presseverteiler, weiteres Pressematerial, Interviewwünsche und Fragen bitte melden unter:
Pressemitteilungen
2026
Kraftwerk in Zschornewitz wird als Kulturort wiederbelebt
Mit dem größten Braunkohlekraftwerk der Welt schrieb Zschornewitz bei Dessau einst Industriegeschichte. Der Abriss von weiten Teilen der Anlage in den 90er-Jahren steht für den tiefgreifenden Strukturwandel auch in Sachsen-Anhalt. Heute soll das Industriemuseum die Energie für neue Ideen liefern. Ehemalige Kraftwerker, ein Verein und Kreative arbeiten gemeinsam daran, den Ort neu zu beleben.
- An das Kraftwerk Zschornewitz erinnert heute ein Industriemuseum, das Identität stiftet für eine Region im Umbruch.
- Einst wurde dort Strom produziert, nun sollen es Ideen für die Zukunft sein.
- Der Verein „Rathenau-Forum“ und das Festival Osten geben erste Impulse.
Zschornewitz, in der Nähe von Dessau, ist eine Kraftwerkssiedlung ohne Kraftwerk. Von den ehemals 16 Schornsteinen und 21 Kühltürmen ist nichts mehr zu sehen. Als das Kraftwerk abgerissen wurde, blieben die alte Maschinenhalle, eine der großen AEG-Dampfturbinen sowie die Schaltwarte zurück, als Museum, das an die Frühzeit der Elektrifizierung erinnert. Aber auch das schloss vor Jahren, weil der Besitzer der Flächen, der Stromversorger Leag, wenig Interesse an dem Ort zeigte.
Zschornewitz: Neustart für einen vergessenen Ort
Doch nun soll der Ort wiederbelebt werden, erklärt Martina Schön, ehemalige Kraftwerkerin und spätere Ortsbürgermeisterin von Zschornewitz: „Wir haben uns seit einiger Zeit darüber Gedanken gemacht, was mit diesen Flächen werden soll. Die öffentliche Hand könnte den ganzen Komplex übernehmen.“
Im Zuge der Verhandlungen erklärte die Leag sich bereit, das Museum wieder zugänglich zu machen. Das Interesse sei riesig, erklärt Martina Schön. Zum Tag der Industriekultur im April seien 1.600 Neugierige gekommen.
Region im Umbruch: Abschied von der Kohle
Zschornewitz ist ein typisches Beispiel für die rasanten Umbrüche in der mitteldeutschen Industrieregion. Als das Kraftwerk 1916 den ersten Strom lieferte, war das auch der Start für den Aufbau eines zentralen Stromnetzes in Deutschland. Der Industrielle Walter Rathenau hatte seinerzeit erkannt, dass sich Strom leichter transportieren ließ als Braunkohle. An solche Innovationen in der Region anzuknüpfen, hat sich der Verein „Rathenau-Forum“ zur Aufgabe gemacht.
Das Kraftwerk Zschornewitz soll dabei eine wichtige Aufgabe übernehmen, sagt Thies Schröder vom Forum Rathenau: „Wir haben den Übergang von der Kohle- zur Petrochemie hier in der Region gehabt. Jetzt gehen wir über die Solarchemie in die Zukunft. Und das verhandeln wir im Kraftwerk Zschornewitz.“
Tatsächlich stehen vor dem Museum Solarpaneele. Doch die Frage ist, welche Zukunft hier eigentlich verhandelt werden soll, wenn die Vergangenheit noch nicht vergangen ist. Die verschwundenen Schornsteine von Zschornewitz erzeugen ja noch immer eine Art Phantomschmerz. Das bestätigt auch Thies Schröder: „Die Industriekultur hilft uns, das Thema Identität, Übergang in Transformation und gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen.“
Die Region hat über 80 Jahre den Takt des Wandels mitbestimmt. Die alten Anlagen erzählen auch vom Stolz der damaligen Beschäftigten: „Wenn man aufstand, war man schon mit einem Bein im Kraftwerk“, erinnert sich Martina Schön an ihre Arbeit zu DDR-Zeiten.
Strukturwandel braucht kreative Impulse
Der alte Leitstand des Kraftwerks ist noch immer ein beeindruckender Ort. Von hier aus wurde die Großstadt Berlin beleuchtet. Die langen Reihen von Reglern und Anzeigen öffnen den Blick in eine Zeit, als man glaubte, den Fortschritt mit großen Schalttafeln steuern zu können.
Auch wenn diese Illusion verloren gegangen ist, soll das Kraftwerk kein illusionsloser Ort sein, erklärt Thies Schröder: „Das Kraftwerk steht paradigmatisch für einen Strukturwandel. Insofern passt es, dass das Festival Osten den Ort nun für ein großes Publikum erschließt. Da werden Geschichten erzählt, die wir als Wissenschaftsverein so gar nicht machen könnten.“ Sicherlich ist die alte Kraftwerkshalle eine interessante Kulisse, doch der Blick zurück reicht eben nicht aus, um auch nach vorn zu schauen. Neue Perspektiven soll das Kunstfestival ermöglichen, möglichst spielerisch.
Energie für die Zukunft durch „Osten“-Festival
Zschornewitz ist der Ort, an dem die Idee von Energienetzen praktisch wurde. Sowohl das Thema Energie wie auch das Thema Vernetzung spielen in der Gegenwart eine zentrale Rolle – in der Wirtschaft ebenso wie im gesellschaftlichen Zusammenleben. Vor Ort geht es vor allem um die Frage, woher die Menschen die innere Energie finden für den weiteren Strukturwandel.
Das Festival Osten setze genau an dieser Frage an, erklärt Kurator Christian Tschirner: „Wir sagen Kraftwerk Zukunft. Und das ist natürlich immer die Frage, wie man in Zukunft denkt.“ Im Kapitalismus bedeute Erfindung mitunter auch „schöpferische Zerstörung“.
Die Folgen dieser „schöpferischen Zerstörung“ lassen sich rund um Bitterfeld und Wolfen besichtigen. Mit Ausstellungen, Performances und Workshops wollen die Festivalmacher zum Mitdenken einladen. Einerseits wird ja den Ostdeutschen gerne bescheinigt, erfahren zu sein im Umgang mit Strukturbrüchen. Andererseits waren sie in diese Prozesse nach dem Ende der DDR so gut wie nicht eingebunden. Das Kraftwerk Zschornewitz soll nun ein Ort werden, an dem dieses Gefühl der Ohnmacht sich wandelt zum Anspruch, die Zukunft gestalten zu wollen.
Quelle: MDR KULTUR (Uli Wittstock)
Redaktionelle Bearbeitung: ks
Festival OSTEN bespielt ehemaliges Braunkohlekraftwerk
Das Kunstfestival Osten in Bitterfeld-Wolfen findet in diesem Jahr unter dem Titel „Kraftwerk – Zukunft“ statt. Vom 12. bis 27. September stehen Theater, Workshops, Ausflüge, Gespräche und viele weitere Formate auf dem Programm. Angekündigt sind Charly Hübner, Eva von Redecker, RIAS Kammerchor, Rimini Protokoll und She She Pop.
von MDR Kulturdesk
- Das Festival Osten geht 2026 in die dritte Runde.
- In diesem Jahr werden zwei Festivalstandorte bespielt.
- Viele künstlerische Arbeiten drehen sich um Energie und Arbeit.
Die dritte Ausgabe des Festivals Osten steht unter dem Titel „Kraftwerk – Zukunft“. Wie die Veranstalter am Mittwoch in Bitterfeld-Wolfen bekanntgegeben haben, umfasst das Programm knapp 100 Formate. Theater, Performances, Installationen, Gespräche, Workshops, Filme, Ausflüge und Tanz gehören ebenso dazu wie Langzeitprojekte. So wurde beispielsweise ein Kartoffelacker auf Brachflächen angelegt, auf denen früher Plattenbauten standen. Außerdem ist vor Monaten ein Filmclub entstanden und zusammen mit Menschen aus Bitterfeld-Wolfen wird eine Musiktheater-Performance entwickelt.
Das Osten-Festival findet in diesem Jahr an zwei Standorten statt. Einer davon ist das ehemalige Braunkohlekraftwerk Zschornewitz, das als größtes Braunkohlekraftwerk der Welt galt. Auch der leerstehende DDR-Jugendclub 84 in Wolfen-Nord wird als zweiter Ort bespielt. Die Satellitenstadt Wolfen-Nord entstand in den 1960er-Jahren als Wohnstadt für die Beschäftigten der Filmfabrik Wolfen. Sie stehe wie kaum ein anderer Stadtteil für Umbrüche und Abwanderung nach 1989, heißt es. Das Festival will nach eigenen Angaben die Geschichte der Energieerzeugung in der Region erkunden und die Frage stellen, wie gesellschaftliche Energie für die Zukunft generiert werden kann.
Kurator Martin Naundorf sagte: „Wie ein Energienetz strahlen wir mit dem Festival weiter in die Region aus, die von Braunkohle, Chemie und Energieerzeugung geprägt ist.“ Besucherinnen und Besucher könnten anhand der zwei besonderen Orte der Industriekultur die Region neu entdecken. Zwischen den beiden Festivalzentren fährt ein Festivalbus. Dort „entstehen hoffentlich die ersten Gespräche“, wünscht sich Naundorf.
Energie und Arbeit im Fokus
Im Kraftwerk Zschornewitz wird das Festival mit einer gemeinsamen Tanzaktion der Leipziger Choreografin Irina Pauls eröffnet. Der RIAS Kammerchor bringt Texte des in Gräfenhainichen geborenen Barockdichters Paul Gerhardt mit Texten der Autorin Ece Temelkuran im Kraftwerk zusammen. Viele der künstlerischen Arbeiten setzten sich mit den Themen Energie und Arbeit auseinander. Zu erleben ist etwa eine begehbare Installation der Künstlergruppe Rimini Protokoll, die Sound-Installation „Pödelwitz“ von Anna Schimkat über das Kohledorf südlich von Leipzig oder die Ausstellung „Ecologies of Light“ über unsichtbare Netze, die unser Leben mit der Energieproduktion verbinden.
Der Festivalstandort in Wolfen-Nord soll laut Verantstalter in die Nachbarschaft eingebunden werden, hier gibt es unter anderem einen Filmclub, der sich bereits regelmäßig trifft.
Das Osten Festival findet seit 2022 alle zwei Jahre in Bitterfeld-Wolfen statt und will nach eigenen Angaben den tiefgreifenden Strukturwandel in der Region durch künstlerische Perspektiven begleiten. Der Dialog mit den Menschen vor Ort sowie die Zusammenarbeit mit Kulturinstitutionen in der Region stehen dabei im Fokus.
Mehr Informationen
Festival Osten
„Kraftwerk – Zukunft“
12. bis 27. September 2026
Weitere Informtionen auf der Homepage des Festivals.
Quelle: MDR KULTUR, Festival Osten
Redaktionelle Bearbeitung: lig
Festival OSTEN verbindet Industriekultur, Kunst und Zukunfstdebatten
Bitterfeld-Wolfen. Vom 12. bis 27. September wird die Region Bitterfeld-Wolfen erneut zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Kulturereignisses. Das Festival OSTEN geht in seine dritte Ausgabe und bespielt unter dem Titel „Kraftwerk – Zukunft“ erstmals zwei markante Orte der Industrie- und Transformationsgeschichte: das ehemalige Kraftwerk Zschornewitz sowie Wolfen-Nord. Mit rund 100 Veranstaltungen aus Kunst, Theater, Musik, Wissenschaft und gesellschaftlichem Dialog lädt das Festival Besucherinnen und Besucher dazu ein, über die Zukunft der Region und die Herausforderungen gesellschaftlicher Veränderungen nachzudenken.
Die Entwicklung des Festivals zeigt, wie groß das Interesse an kulturellen Formaten ist, die regionale Geschichte mit aktuellen Zukunftsfragen verbinden. Die erste Ausgabe „Welcome to Bitterfeld“ lockte 2022 mehr als 5.000 Besucher an. 2024 kamen zur Ausgabe „Welt Weit Wolfen“ bereits über 7.000 Gäste. Auch das Festivalwochenende „Osten unter Strom“ im Jahr 2025 setzte die erfolgreiche Entwicklung fort und machte deutlich, dass sich das Festival längst als fester Bestandteil der Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt etabliert hat.
„Festival Osten – da, wo die Sonne aufgeht“, beschreibt Thies Schröder die Idee hinter dem Kulturereignis. Der Satz steht sinnbildlich für den Anspruch des Festivals, den Osten Deutschlands nicht als Randlage, sondern als Ausgangspunkt neuer Perspektiven zu begreifen. Zwischen den historischen Orten Zschornewitz und Wolfen-Nord sollen Begegnungen entstehen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden.
Seine Wurzeln hat das Projekt in einer Initiative von Kulturschaffenden, die sich nach den gesellschaftlichen Debatten rund um die Bundestagswahl 2017 mit den Umbruchserfahrungen Ostdeutschlands auseinandersetzen wollten. Ziel war und ist es, Kunst als Plattform für Begegnung, Austausch und neue Perspektiven zu nutzen. Das Festival versteht sich als Ort des gesellschaftlichen Diskurses und will Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und Lebenswirklichkeiten zusammenbringen. Dabei geht es nicht nur um die Geschichte des Ostens, sondern auch um die Frage, wie Regionen im Wandel ihre Zukunft selbst gestalten können.
Festival für die Region – und weit darüber hinaus
Das Festival richtet sich bewusst nicht nur an ein klassisches Kulturpublikum. Angesprochen werden Menschen aus Bitterfeld-Wolfen und der Region ebenso wie Gäste aus ganz Deutschland, die den Osten aus einer neuen Perspektive kennenlernen möchten. Kunst wird dabei zum Anlass, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen. Theater, Konzerte, Ausstellungen, Gesprächsformate, Workshops und gemeinsame Aktionen schaffen Räume für Begegnung und Beteiligung.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Ausgabe steht das ehemalige Kraftwerk Zschornewitz. Das 1916 in Betrieb genommene Werk galt einst als größtes Braunkohlekraftwerk der Welt und war über Jahrzehnte ein Symbol industrieller Leistungsfähigkeit. Von hier aus wurden Städte, Fabriken und Haushalte mit Strom versorgt. Nach der Stilllegung in den 1990er Jahren blieb eines der bedeutendsten Industriedenkmäler Deutschlands zurück.
Untrennbar mit dem Kraftwerk verbunden ist die Siedlung Zschornewitz. Sie entstand als Wohnort für die Beschäftigten und entwickelte sich zu einer der größten Kraftwerkssiedlungen Deutschlands. Nach dem Vorbild einer Gartenstadt geplant, verfügte sie über Wohnhäuser, Schule, Kirche und Freizeiteinrichtungen. Das Leben der Menschen war eng mit dem Schichtbetrieb des Kraftwerks verbunden. Heute steht die Siedlung ebenso wie das Kraftwerk für die industrielle Geschichte Mitteldeutschlands und für die tiefgreifenden Veränderungen, die die Region in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat.
Das Festival nutzt diesen besonderen Ort, um über Energie in einem umfassenden Sinn nachzudenken: über die Energie vergangener Industrien ebenso wie über gesellschaftliche Energie, die für die Zukunft notwendig ist. Gemeinsam mit dem Forum Rathenau werden dabei Fragen zu Klimawandel, Energieversorgung, Kohlenstoffkreisläufen und regionalen Entwicklungsperspektiven diskutiert.
Wolfen-Nord als Ort der Begegnung
Neben Zschornewitz wird Wolfen-Nord zum zweiten Festivalzentrum. Der Stadtteil entstand einst als Wohngebiet für die Beschäftigten der Filmfabrik Wolfen und zählte zu DDR-Zeiten rund 35.000 Einwohner. Nach der Wiedervereinigung verlor Wolfen-Nord einen Großteil seiner Bevölkerung und wurde zu einem Symbol des Strukturwandels in Ostdeutschland.
Rund um den ehemaligen Jugendclub 84 entsteht während des Festivals ein lebendiger Ort für Kunst, Nachbarschaft und Zukunftsfragen. Zahlreiche Projekte wurden gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern entwickelt. So entstehen persönliche Klanglandschaften, gemeinschaftliche Kunstprojekte und neue Treffpunkte im Quartier. Wolfen-Nord wird damit selbst zur Bühne für Geschichten über Wandel, Zusammenhalt und neue Perspektiven.
Hochkarätiges Programm mit prominenten Gästen
Zu den Gästen des Festivals gehören unter anderem Schauspieler Charly Hübner, die Philosophin Eva von Redecker, Mitglieder des RIAS Kammerchors, das Performancekollektiv She She Pop, Rimini Protokoll und der Künstler Mats Staub. Ergänzt wird das Programm durch wissenschaftliche Formate des Forum Rathenau sowie zahlreiche Projekte aus der Region.
Insgesamt umfasst das Festival nahezu 100 Veranstaltungen – von Konzerten und Performances über Ausstellungen und Filmvorführungen bis hin zu Workshops, Diskussionen und Exkursionen. Viele Projekte wurden über Monate gemeinsam mit Menschen aus Bitterfeld-Wolfen entwickelt und greifen deren Erfahrungen und Perspektiven auf.
Ticketvorverkauf hat begonnen
Der Vorverkauf für das Festival OSTEN ist bereits gestartet. Angeboten werden Tageskarten, die den Zugang zu beiden Festivalstandorten ermöglichen. Die Veranstalter setzen auf ein solidarisches Preismodell mit unterschiedlichen Preisstufen, um möglichst vielen Menschen den Besuch zu ermöglichen. Tickets und das vollständige Programm sind online unter www.osten-festival.de erhältlich.
Zelten in Wolfen-Nord
Für Besucherinnen und Besucher, die mehrere Tage auf dem Festival verbringen möchten, sind in Wolfen-Nord Übernachtungsmöglichkeiten mit Zeltflächen vorgesehen. Dadurch können Gäste das Programm über mehrere Tage hinweg erleben und gleichzeitig die besondere Atmosphäre zwischen den beiden Festivalorten genießen. Die Verbindung zwischen Kraftwerk Zschornewitz und Wolfen-Nord übernimmt ein Festivalbus, der regelmäßig zwischen den Standorten pendelt.
Mit seinem einzigartigen Zusammenspiel aus Industriekultur, Kunst, Wissenschaft und gesellschaftlichem Dialog setzt das Festival OSTEN auch 2026 ein Zeichen für die kulturelle Strahlkraft der Region. Wo einst Energie für Fabriken und Städte erzeugt wurde, entstehen heute neue Ideen für die Zukunft – und Räume für Begegnungen, die weit über das Festival hinaus wirken.
Gunnar Redmer
Festival OSTEN veröffentlicht Programm und startet Ticketverkauf
Das Festival OSTEN findet in seiner dritten Ausgabe vom 12. bis 27. September 2026 unter dem Titel „Kraftwerk – Zukunft“ im ehemaligen Kraftwerk Zschornewitz und Wolfen-Nord statt. Dabei sind unter anderem Charly Hübner, Eva von Redecker, RIAS Kammerchor, Rimini Protokoll, She She Pop und Mats Staub, Wissensformate vom Forum Rathenau sowie viele Projekte aus der Region.
Bitterfeld-Wolfen, 17. Juni 2026. Das Festival OSTEN veröffentlicht heute das Programm seiner dritten Ausgabe. Im ehemaligen Braunkohlekraftwerk Zschornewitz und dem leerstehenden DDR-Jugendclub 84 in Wolfen-Nord entstehen zwei Festivalzentren, die von den Architekturkollektiven raumlaborberlin, lfm2 und la relève konstruiert werden. An beiden Orten wird es Theater, Performances, Installationen, Gespräche, Workshops, Filme, Ausflüge, Tanz und Begegnungsformate geben.
Insgesamt umfasst das Programm fast 100 Formate, darunter Langzeitprojekte, wie einen Filmclub und eine Musiktheater-Performance, die seit Monaten zusammen mit Menschen aus Bitterfeld-Wolfen entwickelt und deren Resultate auf dem Festival vorgestellt werden. Der Ticketverkauf startet am 17. Juni. Erhältlich sind Tageskarten für beide Festivalorte in einem solidarisch abgestuften Preismodell. Programm und Tickets sind ab sofort unter www.osten-festival.de abrufbar.
Zwei Festivalzentren, verbunden durch einen Festivalbus
Das ehemalige Kraftwerk Zschornewitz galt als größtes Braunkohlekraftwerk der Welt und war über Jahrzehnte ein Ort der Energieproduktion. Das Programm in Zschornewitz entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Forum Rathenau e.V. Der Verein Forum Rathenau setzt sich für das Baudenkmal Kraftwerk Zschornewitz als Einrichtung der Wissenschaftskommunikation und interdisziplinären Arbeit zum Thema Kohlenstoffkreislaufwirtschaft ein. Wolfen-Nord wiederum wurde als Wohnstadt für die Beschäftigten der Filmfabrik Wolfen gebaut und steht wie kaum ein anderer Stadtteil für Umbrüche und Abwanderung nach 1989. Unter dem Titel „Kraftwerk – Zukunft“ will das Festival OSTEN an diesen beiden Orten die Geschichte der Energieerzeugung in der Region erkunden und die Frage stellen, wie gesellschaftliche Energie für die Zukunft generiert werden kann. Mit zwei Festivalorten arbeitet OSTEN dieses Jahr mit einer besonderen räumlichen Struktur.
Am ersten Festivalwochenende findet das Programm ausschließlich im Kraftwerk Zschornewitz statt. Am zweiten und dritten Wochenende können Besucher:innen tagsüber das Kraftwerk mit seinen Ausstellungen, Installationen, Führungen und Gesprächsformaten erkunden. Ab dem frühen Abend verlagert sich das Programm nach Wolfen-Nord, wo rund um den ehemaligen Jugendclub 84 ein zweites Festivalzentrum entsteht. Zwischen beiden Orten fährt ein Festivalbus.
„Wie ein Energienetz strahlen wir mit dem Festival weiter in die Region aus, die von Braunkohle, Chemie und Energieerzeugung geprägt ist“, sagt Martin Naundorf aus der Festivalleitung. „Mit dem Kraftwerk Zschornewitz und der Satellitenstadt Wolfen-Nord verbinden wir zwei besondere Orte der Industriekultur. Besucher:innen können die Region neu entdecken – und im Bus zwischen den Festivalorten entstehen hoffentlich die ersten Gespräche.” Martina Schön, Vorstand des Forum Rathenau und ehemalige Kraftwerksingenieurin sagt: “Wir freuen uns sehr, dass wir das Kraftwerk dieses Jahr für so eine besondere Veranstaltung öffnen können und wir im Rahmen des Festival OSTEN hier auch Zukunftsvisionen für dieses Industriedenkmal und die Energiegewinnung von übermorgen diskutieren werden.”
3Energie und Zukunft: Programm im Kraftwerk Zschornewitz
Im Kraftwerk Zschornewitz wird der Ort selbst zum Ausgangspunkt vieler künstlerischer Arbeiten. Das Festival eröffnet mit einer gemeinsamen Tanzaktion, angeleitet von der Leipziger Choreografin Irina Pauls, um gemeinsam Energie zu erzeugen. Das Konzert „In Traurigkeit mein Lachen – Trost im Kraftwerk“ mit Mitgliedern des RIAS Kammerchors bringt Texte des in Gräfenhainichen geborenen Barockdichters Paul Gerhardt, sowie Texte der Autorin Ece Temelkuran in den Resonanzraum des Kraftwerks. In der begehbaren Installation „SWEAT MACHINES“ von Rimini Protokoll verwandeln sich Fitnessgeräte in Musikmaschinen: Das Publikum bringt ein Maschinenorchester zum Klingen und hört an zehn Stationen Erzählungen über Fitnesskultur, Energie und Kraft.
Auch weitere Arbeiten nehmen Energie und Arbeit in den Blick. Die Lecture Performance „Switch“ von Ada Mukhina folgt politischen und persönlichen Energieabhängigkeiten. Der Film „Technik des Glücks“ von Chris Wright und Stefan Kolbe wird nach 23 Jahren erstmals im Kraftwerk Zschornewitz als Installation gezeigt und verbindet Amateurfilme ehemaliger Kraftwerker:innen mit Fragen nach Erinnerung und verschwindender Zukunft. Außerdem wird CO₂ als Rohstoff vorgestellt und – moderiert von Inka Zimmermann von MDR Wissen – über die Energie von morgen nachgedacht. In der Ausstellung „Ecologies of Light“ des Labs der Bauhaus Stiftung Dessau geht es um die unsichtbaren Netze, die unser Leben mit der Energieproduktion verbinden. Die Sound-Installation „Pödelwitz“ von Anna Schimkat erzählt aus der 700-jährigen Geschichte des gleichnamigen Kohledorfs südlich von Leipzig und macht eine Landschaft im Umbruch hörbar. Mit „Kunst für das Land“ bringt die Villa Aurora & Thomas Mann House künstlerische Arbeiten als großformatige Kunstplakate in den Stadtraum von Bitterfeld-Wolfen und auf das Festivalgelände am Kraftwerk Zschornewitz. Gezeigt werden Arbeiten von Viktoria Binschtok, Luise Schröder und Sonya Schönberger. Bei der künstlerischen Expedition „Zschornewitzer Bodenproben“ von Uwe Gössel und Henrik Adler kann etwas über den Energiestandort Zschornewitz im Laufe der Zeit erfahren werden. Experimente rund um Pflanzenkohle, Kunststoffe und Photosynthese zeigen das ambivalente Element Kohlenstoff von verschiedenen Seiten. Was wird aus der Region und was wird aus mir?, fragt die Zukunftsschmiede Industriekultur und lädt zu einer Reise in verschiedene Zukünfte ein. Ergänzt wird das Programm durch Workshops, Führungen und Podiumsgespräche.
Wolfen-Nord als Ort für Kunst, Nachbarschaft und Zukunft
Zwischen dem ehemaligen Jugendclub 84, dem Gemeindehaus der evangelischen Kirche und einer Turnhalle entsteht in Wolfen-Nord ein Festivalgelände, das in die Nachbarschaft eingebunden ist. Das zeigt sich unter anderem im Filmclub, der sich seit September 2025 regelmäßig in der Stadt trifft und beim Festival eine neue Filmreihe beginnt. In „Mixtape Ost“ hat das Regieduo Vöcks de Schwindt mit Menschen aus Bitterfeld-Wolfen eine persönliche Klangkarte aus Erinnerungen, Liedern und Sounds ausgearbeitet. Im Projekt „Wie schmeckt Bitterfeld-Wolfen?“ setzen Paula Erstmann und Lucila Guichon ihre kulinarische Arbeit mit Gemeinschaften aus Bitterfeld-Wolfen fort und schaffen einen Ort, an dem Festivalbesucher:innen Energie auftanken können und mitten im Wohngebiet entsteht gemeinsam mit dem Wolfen-Nord e.V. und der Urbanen Farm Dessau ein Kartoffelacker auf Brachflächen, auf denen früher Plattenbauten standen.
Ein Festival der Sinne, Gefühle und Begegnungen
Neben den Zukunftsfragen setzt OSTEN, das sich als Festival für gegenseitiges Interesse versteht, auf Formate, in denen Menschen im Hier und Jetzt miteinander über unterschiedliche Sinne in Kontakt kommen. Der Künstler Mats Staub lädt mit „In Deinen Augen“ zwei Menschen, die sich schon lange kennen, zu einer stillen Blickbegegnung ein. Rimini Protokoll schafft mit „Hooked on a Book“ ein analoges Theaterstück für zwei Personen, die gemeinsam ein Buch lesen und dabei ins Gespräch über das Leben, die Welt und das Gegenüber kommen.
Ein weiterer Höhepunkt ist „Besessen“ von She She Pop. Das Performancekollektiv entwickelt für das Festival OSTEN eine neue Version seines kollektiven Monologs. Die Texte entstehen in Gesprächen vor Ort und werden gemeinsam mit dem Publikum aufgeführt. Aus den Stimmen der Anwesenden entsteht ein Chor, der fragt, wer dieses „Wir“ eigentlich ist, das sich im Publikum versammelt.
„Das Festival OSTEN war von Anfang an ein Festival für alle Sinne“, sagt Kuratorin Anne Diestelkamp. „In den letzten fünf Jahren haben wir Parfüm hergestellt, Erde gegessen und sind in der Goitzsche synchron geschwommen. Auch in diesem Jahr erwartet die Besucher:innen wieder ein Festival der Sinne – ob beim Schälen der im Plattenbaugebiet angepflanzten Kartoffeln oder während einer “Power-Plants”-Wanderung durch Wolfen-Nord.”
Kooperationen mit starken Partnern aus der Region
Veranstaltet wird das diesjährige Festival OSTEN vom Kulturpark e.V. Der Kulturpark e.V., der das Festival seit 2022 in Bitterfeld-Wolfen organisiert, engagiert sich für den Aufbau und die Vernetzung kultureller Strukturen im Osten Deutschlands. Weitere zentrale Programmpartner neben dem Forum Rathenau e.V. sind der Wolfen Nord e.V. und der Jugendclub 83 e.V. Gemeinsam mit lokalen Initiativen, Vereinen, Schulen, Hochschulen, Künstler:innen und Kulturinstitutionen arbeitet das Festival daran, künstlerische Projekte und regionale Netzwerke miteinander zu verbinden.
Festival OSTEN wird gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt, die Europäische Union, die Allianz Foundation, die E.ON Foundation, die Bundeszentrale für politische Bildung und den Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Das Programm des Forum Rathenau e.V. wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Mit Unterstützung der Stadt Bitterfeld-Wolfen. Sponsoren sind der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen, die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen Gruppe, die Jeske Media Event- und Messeproduktion und die Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen mbH.
Wir bitten um die redaktionelle Verwendung der Meldung und stehen sehr gern für Gesprächswünsche zur Verfügung. Weitere Informationen und Bilder finden Sie auf unserer Festival-Website: www.osten-festival.de.
Das Prinzip Hoffnung
„Kraftwerk Zukunft“ heißt das dritte Festival „Osten“, das vom 12. bis zum 27. September im ehemaligen Kraftwerk Zschornewitz und in Wolfen-Nord stattfindet.
BITTERFELD-WOLFEN/MZ. Staunend und ergriffen steht man dort, im ehemaligen Kraftwerk Zschornewitz bei Gräfenhainichen im Landkreis Wittenberg. Es hat einmal als das größte seiner Art weltweit gegolten: ein Industriedenkmal sondergleichen, an dem man gut über die Zukunft sprechen kann. So ist jedenfalls der Plan des Teams, das zum dritten Mal das Festival „Osten“ ausrichtet.
Vom 12. bis zum 27. September wird es in Zschornewitz und in Wolfen-Nord stattfinden, beide Veranstaltungsorte werden per Shuttlebus miteinander verbunden sein. Einen Vorgeschmack darauf hat es am Mittwoch bei der Präsentation des Festivals gegeben, mit einem wunderbaren Oldtimer-Bus ging die Reise nach Zschornewitz
Rühriger Verein
Martina Schön vom Verein der Seniorinnen und Senioren, die sich rührend um die Geschichte „ihres“ Kraftwerks kümmern, begrüßte die Neugierigen. Aljoscha Begrich von der Festivalleitung und Thies Schröder, der sich mit dem Verein Forum Rathenau für den Ort stark macht, informierten über das Programm. Am ersten Festivalwochenende, das ausschließlich in Zschornewitz stattfinden wird, soll es am historischen Ort natürlich auch um Erinnerung, vor allem aber um Ermutigung gehen, das Künftige zu denken: Wie wird morgen und übermorgen Energie erzeugt werden? Das ist das Thema einer Diskussion mit Wissenschaftlern und Technikern. Thies Schröder sagt, er hoffe, „dass wir hier lachend zusammenkommen. Das Festival wird Energie erzeugen – und vielleicht auch Trost geben, eine Woche nach der Landtagswahl.“ Wie immer sie aber ausgehen werde: „Wir machen weiter Zukunft!“, fügt Schröder hinzu. Mit einer Tanzaktion, angeleitet von der Leipziger Choreografin Irina Pauls, und einem Konzert des Rias-Kammerchors wird das Festival am 12. September in Zschornewitz eröffnet werden: „In Traurigkeit mein Lachen – Trost im Kraftwerk“ ist es überschrieben und wird Lieder des in Gräfenhainichen geborenen Barockdichters Paul Gerhardt bieten, die während der schlimmen Zeit des Dreißigjährigen Krieges entstanden sind und zu den schönsten Kirchenliedern überhaupt zählen. Als weiteren Höhepunkt im Kraftwerk wird die international tätige Künstlerin Ada Mukhina ihre Performance „Swift“ zeigen, die sich mit Energie, politischer Abhängigkeit und Macht beschäftigt. Dabei soll es auch um tradierte Männlichkeit und Missbrauch gehen.
Fast 100 Formate
Insgesamt sind es annähernd 100 Veranstaltungsformate, die „Osten“ bietet, darunter Auftritte renommierter Theatertruppen wie She She Pop und Rimini Protokoll. Letztere werden Fitnessgeräte in Musikinstrumente verwandeln, die das Publikum zum Klingen bringen kann. Darüber hinaus stehen vor allem lokale und regionale Akteurinnen und Akteure im Mittelpunkt. So wird es in Wolfen-Nord um Defizite und Chancen bei der Jugendarbeit gehen: „Kraftwerk Zukunft“ ist wesentlich ein gesellschaftliches Thema. „Wir wollen Menschen einladen“, sagt Aljoscha Begrich. Es gilt, wie stets, das Prinzip Hoffnung.
Das Programm und Tickets:
www.osten-festival.de
Chemie Kohle Landschaft – Radtour zum Tag der Industriekultur
Eine Radtour mit Franziska Klose durch ihr Künstlerbuch „Bitterfeld“ im Rahmen des Tags der Industriekultur Sachsen-Anhalt
Das Festival Osten organisiert anlässlich des Tags der Industriekultur in Sachsen-Anhalt am 11. April um 14 Uhr eine ca. zweieinhalbstündige Radtour mit der Künstlerin Franziska Klose.
Die Landschaft in Bitterfeld-Wolfen ist durch den Braunkohletagebau und die Chemieindustrie geprägt.
Die Künstlerin Franziska Klose setzte sich in ihrer Arbeit “Bitterfeld” mit dieser (post)industriellen Landschaft auseinander und veröffentlichte dazu 2015 ein gleichnamiges fotografisches Künstlerbuch. Dieses Buch ist der Wegweiser einer Radtour, die das Festival Osten anlässlich des Tags der Industriekultur organisiert. Bei der Tour werden die Teilnehmenden die Bitterfelder Umgebung mit dem Rad erkunden.
Die Landschafts- und Zeitreise soll entlang ehemaliger Felder, Tonkuhlen und Industrie- und Tagebaugebiete führen und die Landschaft als etwas zeigen, das im stetigen Wandel begriffen ist. Denn: „Was wir heute sehen, wird ebenfalls verschwinden.“
Franziska Klose ist Künstlerin und Fotografin. In ihrer Arbeit untersucht sie postindustrielle Landschaften und zeitgenössische Natur als Spuren der Industrieära.
Start ist am 11.04.2026 um 14:00 Uhr an der Stadt- und Tourismusinformation der Stadt Bitterfeld-Wolfen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Teilnahme ist kostenlos. Bitte Fahrrad, evtl. Regenkleidung und ausreichend Proviant mitbringen.
Förderung des Neuen Europäischen Bauhauses für das Kino Wolfen
Kulturpark e.V. und Jugendclub ’83 e.V. erhalten Förderung des Neuen Europäischen Bauhauses für Industriekultur-Projekt ums Kino Wolfen
Bitterfeld-Wolfen, 9. April 2026. Der Kulturpark e.V. und der Jugendclub ’83 e.V. haben eine Förderung im Rahmen des Neuen Europäischen Bauhauses (NEB) erhalten. Die Förderung wurde am 9. April im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Tag der Industriekultur in Sachsen-Anhalt durch den Staats- und Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt Rainer Robra überreicht. Mit dem gemeinsamen Projekt „Ein Ort für die Industriekultur – ein Ort für die Zukunft“ wollen die beiden Vereine bis Juli 2027 ein kulturelles Programm rund um das Kino Wolfen entwickeln. Das Vorhaben fragt, wie das industriekulturelle Erbe der Region gemeinschaftlich für die Zukunft gestalteten werden kann.
Das Neue Europäische Bauhaus (NEB) ist eine von der Europäischen Kommission ins Leben gerufene Initiative. Es fördert Projekte und Maßnahmen, die Klimaschutz mit Kultur und sozialen Fragen verbinden. Ziel ist eine Zukunft, die nachhaltig, schön und für alle Menschen zugänglich ist.
Kino Wolfen als lebendiger Ort der Industriekultur
Im Zentrum des Vorhabens der beiden Vereine aus Bitterfeld-Wolfen steht die Frage, wie aus dem industriekulturellen Erbe der Stadt neue gemeinschaftliche Räume und Formate entstehen können. Ausgangspunkt ist das ehemalige Kino Wolfen, das seit 2022 vom Festival OSTEN mit künstlerischen Aktionen bespielt wird. Dieses Jahr beginnt die Sanierung des Kinos. Das Vorhaben bereitet die spätere Wiedereröffnung inhaltlich vor: Kulturpark e.V. und Jugendclub ’83 e.V. entwickeln gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern und insbesondere mit jungen Menschen, Formate und Nutzungen, die das Kino Wolfen ab 2027 zu einem offenen Ort der kulturellen Bildung und Begegnung machen sollen.
Geplant ist ein mobiles “Atelier für gegenseitiges Interesse”, das von den Architektur-Kollektiven raumlaborberlin, la relève und lfm2 geplant und konstruiert wird. Die Struktur ist als beweglicher Treffpunkt für verschiedene Veranstaltungen gedacht und soll gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Jugendlichen und Studierenden entwickelt und aus wiederverwerteten Materialien gebaut werden. Das Atelier soll die Geschichte und das Erbe der Region sichtbar machen und zugleich Raum für gemeinsames Lernen, Austausch und Mitgestaltung schaffen. Zunächst ist sein Einsatz beim Festival OSTEN vom 12. bis 26. September 2026 geplant, danach soll es am Kino Wolfen weiter genutzt werden. Dort soll das Atelier Platz für Gespräche, Kunst, Bildung und Mitmach-Angebote bieten. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier dann gemeinsam die Geschichte und Gegenwart der Region erkunden.
Der Kulturpark e.V. setzt sich für Kunst, Kultur und gesellschaftlichen Austausch in Bitterfeld-Wolfen und der Region ein. Der Verein entwickelt Projekte, die Menschen zusammenbringen, neue Perspektiven eröffnen und die Geschichte des Ortes mit Fragen nach der Zukunft verbinden. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist das Festival OSTEN, das Kultur, Beteiligung und gesellschaftliche Themen zusammenführt. Der Jugendclub ’83 e.V. ist ein anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Bitterfeld-Wolfen. Der Verein begleitet junge Menschen in ihrem Alltag und schafft Angebote in den Bereichen Jugendarbeit, Bildung und soziale Unterstützung.
Das Festival in den Medien (Auswahl)
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