Festival
in Bitterfeld-
Wolfen
© Privat
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© Falk Wenzel
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Aus Pflanzen vom „Silbersee“ – bis 1990 „Restloch“ für chemischen Abfall – haben Studierende Pigmente anfertigen lassen, die sie als Farbmaterial für ihre Siebdrucke verwendet haben. Die Altlasten sind so zum Material eines künstlerischen Kreislaufs geworden.

Ausgehend von Monika Marons Roman „Flugasche“ (1991) sind die Studierenden des Studiengangs Kunst und Design der Bauhaus-Universität Weimar, gemeinsam mit der Künstlerin Caroline Ektander und Jun.-Prof. Dr. Alexandra Toland, der Frage nachgegangen, welche Spuren des gelb-grauen Smogs aus Marons umstrittener Kritik an der Umweltzerstörung und deren gesundheitlichen Konsequenzen in der ehemaligen DDR nach mehr als dreißig Jahren noch zu finden sind. Trotz der Sanierungsmaßnahmen zur Aufarbeitung der Altlasten in Bitterfeld-Wolfen sind die toxischen Hinterlassenschaften der Braunkohleförderung und der Chemie- und Filmproduktion nach wie vor Teil des Gefüges der Stadt. Der dicke gelbe Smog aus der Braunkohleverbrennung, der die Stadt einst einhüllte, ist zwar nicht mehr sichtbar. Doch die giftigen Rückstände der Flugasche sind nicht wirklich verschwunden. Sie haben sich nur verändert und in den Böden festgesetzt. Sie haben sich durch Grundwasserströme in die Umgebung verlagert und zusammen mit anderen schädlichen chemischen Rückständen aus der Filmindustrie in das Zellgewebe der Pflanzen absorbiert.

Für das Festival haben die Studierenden die toxischen Rückstände künstlerisch als Siebdrucke zurückgeholt – mit Pigmenten, die von den Pflanzen um den ehemaligen „Silbersee“ gewonnen wurden, dem sogenannten „Restloch“ für Abwasser aus der chemischen Industrie Bitterfeld-Wolfens.

In Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar.

Dank geht an Kremer Pigmente für die kostenfreie Herstellung der Pigmente.

Projekte im Festival OSTEN 2022

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Während des Festivals hat der Weg …

1. — 16.
Juni
2024