DEEN

Grasnarbe

Alison Shea

Am südlichen Stadtrand wurde 1961 das Haftarbeitslager Bitterfeld errichtet. Nach der Wende wurde ein Großteil der Gefängnisbauten abgerissen, heute ist dort nur noch eine Wiese. Dass in der Parkstraße in Bitterfeld fast dreißig Jahre lang hunderte Häftlinge untergebracht waren, die in den Braunkohlekombinaten und Chemiebetrieben der Region Zwangsarbeit verrichteten, kann man nicht ahnen, wenn man es nicht weiß. Alison Shea traf, während ihrer Beschäftigung, auf der geschichtsträchtigen Wiese den Theologen und Historiker Justus Vesting, der zum Thema Strafgefangene und Bausoldaten in der Industrie der DDR forschte und 2012 das Buch „Zwangsarbeit im Chemiedreieck“ publizierte. Und sie sprach mit Holger Rossmann, der 1975 zu zwei Jahren Haft als politischer Gefangener in Bitterfeld verurteilt wurde. Herr Rossmann kehrte nach der Wende nach Bitterfeld zurück und filmte die bereits leer stehenden Gefängnistrakte, noch bevor sie abgerissen wurden und Gras darüber wuchs. Diese Filmaufnahmen sind der Ausgangspunkt für die weitere Auseinandersetzung mit den Umständen und Bedingungen von Haft in der DDR in Bitterfeld.

Recherchen zu Grasnarbe, 2021, © Alison Shea
© Falk Wenzel
© Falk Wenzel
Bunte Hinweise auf das Festivel © Falk Wenzel
Recherchen zu Grasnarbe, 2021, © Alison Shea
Recherchen zu Grasnarbe, 2021, © Alison Shea
1.—17.
Juli
2022