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MAN AND GOD

Der Hauptsitz der Eastman Kodak Company befindet sich in Rochester, New York. © Wikimedia Commons, TRexEditorNJ, CC BY-SA 4.0
Kodak, Kodachrome 64 KB-Film © Wikimedia Commons, Martin Zellerhoff, CC BY-SA 3.0 (Zuschnitt)

Fotograf und Filmemacher Tobias Zielony geht der Geschichte des Farbfoto-Films Kodachrome nach – und den Legenden, die sich darum ranken. Denn sowohl Amerikaner:innen als auch Deutsche beanspruchen die Erfindung des Farbfilms für sich. Zielonys Installation lässt die Mythen als Traum eines ehemaligen Kodak-Lagerarbeiters lebendig werden.

Das amerikanische Farbfilmverfahren geht auf die beiden Musiker Leopold Mannes jr. und Leopold Godowsky zurück. Seit 1920 beschäftigten  sich die zwei Hobbyfotografen privat mit der Entwicklung eines Farbfilms. 1930 lud die Firma Kodak sie nach Rochester im US-Bundesstaat New York ein, um ihre Erfindung weiterzuentwickeln. 1936 gelingt der Durchbruch: Kodak bringt in den USA Kodachrome auf den Markt. Was Farbkontraste, Feinkörnigkeit und Haltbarkeit anging, setzt der Film neue Maßstäbe. Seine beiden Erfinder tragen bald den Spitznamen MAN AND GOD. In den USA machte Kodak sich die Entdeckung zweier unabhängiger jüdischer Musiker zunutze – ein amerikanischer Traum? In Deutschland hält sich hartnäckig der Mythos, die Nationalsozialisten hätten den ersten Farbfilm erfunden. Auf den ersten Blick liest sich MAN AND GOD daher als Gegenerzählung zum deutschen Mythos. Doch Kodakchrome ist von Anfang an mit der Kriegsindustrie und der Hybris technologischer und politischer Überlegenheit der USA verwoben. Und wie im Falle von Agfa/ORWO endet die Geschichte von Kodak mit der Schließung fast aller Werke und der Entlassung zehntausender Arbeiter:innen. Die Installation wird MAN AND GOD als Traum eines ehemaligen Kodak-Lagerarbeiters erzählt. Die schiere Unglaublichkeit  der Erfindung von Kodackchrome mischt sich mit Erinnerungen an den Arbeitsalltag und die Jahre des beinahe vollständigen Zusammenbruchs des Unternehmens.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut New York.

1. — 16.
Juni
2024