DEEN

WER SCHREIBT? – SPUREN DES BITTERFELDER WEGS

Christina Brinkmann
Der Bondrucker druckte Gedichte aus. © Max Méndez
© Nike Bätzner
Buchcover: „Aufbruch“, eine Anthologie schreibender Arbeiter (Weimar 1961). © Thea Kleinhempel
„Aufbruch“, eine Anthologie schreibender Arbeiter (Weimar 1961). © Thea Kleinhempel

Die Veröffentlichungen der Zirkel Schreibender Arbeiter sind Hinterlassenschaften einer kulturellen Praxis, die mit dem Ende der DDR fast völlig verschwand. Die Frage aber, welche Möglichkeiten es gibt, Kultur wahrzunehmen und selbst kulturell tätig zu werden, nachdem ein ermüdender Arbeitstag hinter einem liegt, bleibt aktuell. Die Besucher:innen können Gedichte schreibender Arbeiter:innen in Form von Kassenbons an sich nehmen. Die Literatur findet damit auf einem zeitgenössischen und prekären Trägermaterial erneut Verbreitung. Ein Beispiel von Elfriede Strauch, aus: Arbeitertheater, 1960: „Das ist beglückend neu / an unserem Theater, daß Arbeiter / sich selbst und ihr Leben spielen. / Vielleicht mag zaghaft noch ihr Spiel erscheinen. Nun ja – / sie rücken sich nicht gern ins Licht. / Bedenkt, wie vieles mußten sie sich / erst erringen!“

Die Installation entsteht im Rahmen des Langzeitprojekts ORTSBEGEGNUNG der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

1.—17.
Juli
2022