Switch
„Switch” beschreibt das An- und Abschalten als politisches Machtinstrument. Wie 1948, als während der „Energieblockade“ aus der Schaltwarte des Kraftwerks Zschornewitz die Energieversorgung West-Berlins unterbrochen wurde. Oder in jüngsten Drohungen Russlands gegen die Europäische Union, den “Gashahn abzudrehen”.
„Switch” beschreibt auch eine Person mit flexiblen Vorlieben in sexuellen Rollenspielen. Die Petro-Maskulinität (die Verknüpfung von weißer, hegemonialer Männlichkeit mit einem Festhalten an fossilen Brennstoffen, Klimawandelleugnung und Autoritarismus) des deutschen rechtsextremen Milieus zeigt den überraschenden Wunsch, gleichzeitig dominant und unterwürfig zu sein, wenn es um die Abhängigkeit von russischem Gas geht.
„Switch” beschreibt die Richtungsänderung wie auch die Suche nach neuen Strategien und Wegen, um mit den globalen Energiepolitiken und Machtkämpfen umzugehen.
“Switch” describes the act of switching something on and off as a political power move. Take 1948 for example, when during the “energy blockade”, the electricity supply to West Berlin was cut off from the control room of the Zschornewitz power plant. Or consider Russia’s recent threats against the European Union to “turn off the gas tap.”
“Switch” also describes a person who enjoys playing both dominant and submissive roles in sexual power games. The petro-masculinity (the intersection of authoritarian desires, climate denial and misogynistic policies of the white far-right movements) of Germany’s far-right milieu reveals a surprising paradox to be both dominant and submissive when it comes to dependence on Russian gas.
“Switch” also describes a change of direction, as well as the search for new strategies and ways to navigate global energy politics and power differently.
Konzept: SWITCHCRAFT WERK / Ada Mukhína
Text, Regie, Performance: Ada Mukhína
Beratung für Energie-Geisteswissenschaften: Dr. Cara New Daggett
Titelbild: Evgeniia Chapaikina
Produktionsleitung: xplusdrei Produktionsbüro (Marit Buchmeier + Lisanne Grotz)
SWITCH ist eine Produktion von SWITCHCRAFT WERK / Ada Mukhina. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit einer Residenz beim Festival OSTEN. „SWITCH“ ist der erste Teil der Trilogie im Rahmen von Ada Mukhinas künstlerischem Promotionsforschungsprojekt „Energy. Burnout Artist in a World on Fire“ am Institut für Open Arts (Mozarteum Universität Salzburg).

