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SEHNSUCHT NACH BITTERFELD

Ralf Höpfner & Thomas Freundner © privat
Ralf Höpfner & Thomas Freundner © privat
Die Filmvorführung am 16.7.2022 war ausverkauft © Anna Kolata
Gespräch nach der Filmaufführung © Daniela Schulze
Titel Ralf Höpfner & Thomas Freundner
© Ralf Höpfner & Thomas Freundner

„Wir könn`arbeiten, wir wolln arbeiten und wir werden ooch in Zukunft arbeiten.“

1990: Ralf Höpfner und Thomas Freundner machen sich mit der Kamera auf den Weg nach Bitterfeld. Es entsteht ein Film über die letzten Monate der DDR und das erste Jahr der deutschen Einheit in Bitterfeld. Das Leben in der Stadt, Geschichte und Wandel werden, ohne Kommentar von außen, allein durch die Kraft von Bildern und Erzählungen der Menschen vorgestellt. Der Film ist ein einfühlsames Zeitdokument, vielschichtig, ohne die übliche Reduzierung Bitterfelds auf den Status als ökologisches Krisengebiet. Er ist aber auch formal der spannende Versuch, den Moment einer radikalen Transformation festzuhalten. Die Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 erleben die Zuschauer:innen in Realzeit unter einer riesigen Digitaluhr, die von der Braunkohlegesellschaft errichtet wurde. Neben der Zeitanzeige steht der Spruch: „Mit der Zeit gehen.“ Unter dieser Uhr porträtieren Freundner und Höpfner Menschen aus Bitterfeld in einem Moment in dem vieles offen erscheint, auch wenn oder weil vieles endgültig vorbei ist. Der Film belässt es aber nicht bei dieser halben Stunde vom Ende der DDR, sondern spannt den Bogen viel weiter. Von Urmenschen, Baggerfahrern, Waldelefanten und dem hartnäckigen Optimismus Bitterfelder Bauart.

Im Festival OSTEN wird der Film SEHNSUCHT NACH BITTERFELD erstmals in Kinogröße in Bitterfeld-Wolfen zu sehen sein. Mit dabei und im Anschluss im Gespräch mit ihren Darsteller:innen von damals: Ralf Höpfner und Thomas Freundner.

Deutschland, 1992

1.—17.
Juli
2022