DEEN

GRASNARBE

Alison Shea
© Falk Wenzel
© Falk Wenzel
Bunte Hinweise auf das Festivel © Falk Wenzel
Alison Shea, Holger Rossmann © Falk Wenzel
Justus Vesting © Falk Wenzel
© Falk Wenzel

Im berüchtigten Werk „Chlor 3“ und an anderen Standorten mussten Häftlinge gefährliche Arbeit verrichten. Alison Shea geht den Spuren der Inhaftierten nach.

Am südlichen Stadtrand wurde 1961 das Haftarbeitslager Bitterfeld errichtet. Nach der Wende wurde ein Großteil der Gefängnisbauten abgerissen, heute befindet sich dort nur noch eine Wiese. Dass in der Parkstraße in Bitterfeld fast dreißig Jahre lang hunderte Häftlinge untergebracht waren, die in den Braunkohlekombinaten und Chemiebetrieben der Region Zwangsarbeit verrichteten, kann man nicht ahnen, wenn man es nicht weiß. In einer an das Gefängnis erinnernden Kulisse finden Gesprächsformate mit dem Theologen und Historiker Justus Vesting, der zum Thema Strafgefangene und Bausoldaten in der Industrie der DDR forschte, und mit Holger Rossmann, der 1975 zu zwei Jahren Haft als politischer Gefangener in Bitterfeld verurteilt wurde, statt. Ein einzigartiges Zeugnis ist der Film, den Herr Rossmann nach der Wende in den bereits leer stehenden Gefängnistrakten drehte, noch bevor sie abgerissen wurden und Gras darüber wuchs.

Mit Alison Shea, Justus Vesting, Holger Rossmann

Die Arbeit entsteht im Rahmen des Langzeitprojekts ORTSBEGEGNUNG der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

 

1.—17.
Juli
2022