DEEN

ERFRISCHUNGSRAUM 2: FERMENTIEREN

Sandy Becker & Julianne Csapo & Tuan Do Duc & Elli Leeb & Luise Richter & Leo Scheidt
Julianne Csapo von der der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig fermentiert © Falk Wenzel
Julianne Csapo von der der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig fermentiert © Falk Wenzel

Wie erzählen wir uns von unserer Arbeit? Welche Geschichten heben wir aus unserem Arbeitsleben hervor und welche bleiben still? Wie beschreiben wir uns als Arbeitende?

Für das erste Festivalwochenende entwickeln Teilnehmer:innen des Masterprogramms „Kulturen des Kuratorischen“ der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ein vielfältiges Programm in einer Bararchitektur, die als offener und beweglicher Ort der Zusammenkunft dient. Die von drei Arbeitsgruppen (SAMMELN, FERMENTIEREN, LETZTE RUNDE)entwickelten Projekte setzen sich mit dem Kulturpalast und Bitterfeld auseinander.

Die Kurator:innengruppe FERMENTIEREN hat die Künstler:innen Trakal (1. 7.) und ZEFAK (Aria Farajnezhad, Elard Lukaczik, Zainab Haidary, 2.7.) in den Erfrischungsraum eingeladen, die sich fragen, wie unsere Vergangenheit fermentiert werden kann.

Um sich über ostdeutsche Arbeitserfahrungen auszutauschen, gemeinsam zu lernen, über Arbeit zu sprechen und zu schreiben, gründet der Künstler Trakal in Bitterfeld einen Workshop schreibender Arbeiter:innen. Die Beschreibung des Zirkels ist eine partizipative Schreibgruppe in der Amateurautor:innen der Region Bitterfeld-Wolfen sich über Geschichten ihres Arbeitslebens austauschen. Der Schreibzirkel greift dabei Fragestellungen und literarische Praktiken der Bewegung schreibender Arbeiter*innen der DDR auf. In Folge der Kulturpolitik des “Bitterfelder Wegs” entstanden in den 1960ern hunderte dieser Zirkel. In ihnen lasen und hörten Arbeiter*innen Texte über ihr Leben in einer sozialistischen Gesellschaft, sie publizierten Zeitschriften, lasen auf Veranstaltungen und lehrten schreiben. Um zeitgenössische Erzählungen von Arbeitserfahrungen zu finden, produziert und bespricht dieser Zirkel Texte von Arbeitsbiografien, aber auch Erinnerungen und Träume von Arbeit. Er versucht dabei eine Sprache für die postsozialistische Verwobenheit mit Arbeit nach dem Arbeiterstaat zu finden. Das Berichten und Erzählen von Arbeit ist als künstlerische Forschung nach den Bedingungen von Selbst- und Gruppenerfahrungen innerhalb von Arbeitsbeziehungen konzipiert; auf der Suche nach ihren Hoffnungen und Forderungen!

 

FERMENTIEREN ist Teil des Projekts ERFRISCHUNGSRAUM 2 des Studiengangs „Kulturen des Kuratorischen“ der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

1.—17.
Juli
2022