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BITTER, FELDER, MÄRCHEN

Antonia Grohmann arbeitet in ihrem Projekt Bitter, Felder, Märchen an neuen Märchen mit einem Wörterbuch und Neugier auf die Geschichten vom Verwandeln und Verbinden von Menschen und anderen Spezies.© Johannes Stein
Führung mit Antonia Grohmann © Johannes Stein
© Johannes Stein
Antonia Grohmann © Johannes Stein
Antonia Grohmann © Johannes Stein
© Johannes Stein
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Antonia Grohmann arbeitet in Bitterfeld an neuen Märchen mit einem Wörterbuch und Neugier auf die Geschichten vom Verwandeln und Verbinden von Menschen und anderen Spezies. 

Wie können Menschen und andere Spezies gemeinsam überleben? Wie können Menschen mit Respekt und auf Augenhöhe anderen Spezies begegnen, wie auf sie hören? Angesichts der anhaltenden Zerstörung des Planeten fehlen uns häufig die Worte, die Bilder und die Gefühle. Für die Künstlerin und Architektin Antonia Grohmann besteht ein Mittel gegen die Sprachlosigkeit darin, bestehende Begriffe und Bilder zu suchen und neu zu verteilen. In Bitterfeld lässt sich besonders gut über das Verhältnis von Mensch zu Biosphäre und zum Nicht-Humanen nachdenken. In ihrer Arbeit will Antonia Grohmann Geschichten sammeln, die die einzelnen Arten und Akteure der Landschaften in Bitterfeld-Wolfen erzählen, Geschichten von Verflechtungen und Abhängigkeiten von Fähigkeiten der Anpassung, Kooperation, Solidarität, des Reflektierens, des Lernens und des Widerstandes.
Drei Werkzeuge legt sich Antonia Grohmann am Beginn ihrer Arbeit zurecht: ein leeres Wörterbuch zum Sammeln, die Textform Märchen, die sie schon lange begleitet und die verschiedene Wahrnehmungen und Stimmen möglich macht, und eine Wand in der Stadt, auf der sich Skizzen und Bilder ansammeln können. Wichtigstes Utensil für die Arbeit an dem Projekt aber ist Neugier und Offenheit gegenüber dem, was am Ende entsteht. Mit und durch diese Werkzeuge begegnet die Antonia Grohmann den Landschaften der Grube Johannes, der Grube Freiheit III und der Grube Antonie, lokalen Zeitzeug:innen sowie Forscher:innen. So werden Fähigkeiten des Miteinanders sowohl im künstlerischen Prozess selbst als auch inhaltlich vor Ort untersucht und als Geflecht von Verwandlungen unterschiedlicher Lebensformen sinnlich erfahrbar.

Antonia Grohmann ist Stipendiatin des Tandemstipendiums von Umweltbundesamt, Stiftung Bauhaus Dessau und Kulturpark e.V.

1.—17.
Juli
2022