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COLLECTIVE PHOTO

© Falk Wenzel
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Menschen vor dem Bitterfelder Kulturpalast
Dima Levytskyi lud im Projekt COLLECTIVE PHOTO zu einem Gruppenfoto ein. © Falk Wenzel
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Im Herbst 2021 war der ukrainische Regisseur und Autor Dima Levytski in Bitterfeld zu Besuch. Sein Plan: ein Stück über die „Druschba“-Gaspipeline zwischen der Sowjetunion und der DDR. In wenigen Tagen traf er viele Leute und sammelte interessante Geschichten. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat alles verändert. Dima kann nicht wie geplant am Festival teilnehmen. Gemeinsam mit dem Publikum arrangiert er dennoch eine Performance. Ein Gruppenfoto als Zeichen des Zusammenhalts.

Mein Name ist Dima Levytskyi. Ich bin ein Theaterregisseur und Dramatiker aus Kiew. Die künstlerische Leitung von OSTEN hat mich eingeladen, ein neues Stück für das Festival zu schreiben, aber wegen des Krieges mit Russland kann ich meine Reise nach Bitterfeld derzeit nicht planen. Erstens dürfen alle Männer im wehrfähigen Alter – 18 bis 60 Jahre – das Land nicht verlassen. Und zweitens entwickeln sich die Dinge so schnell, dass ich vielleicht bald zu den Waffen greifen muss, um mein Land gegen die russische Aggression zu verteidigen. 

Dennoch möchte ich es mir erlauben,  die Arbeit zumindest selbst zu planen – auch ohne meine physische Anwesenheit. Letztes Jahr, als ich nach Bitterfeld kam, habe ich so viele wunderbare Menschen aus Ihrer Stadt getroffen! Einige von ihnen waren früher in der Ukraine. Einige arbeiteten am Bau der Gaspipeline, als die Sowjetunion noch existierte. Einige sogar in meiner Heimatstadt Bar in der Region Winnyzja. All dies gibt mir Anlass zu der Hoffnung, dass meine künstlerische Praxis in der Stadt interessant sein kann.

Was die Arbeit selbst betrifft, möchte ich Sie alle zu einem Gruppenfoto einladen. Gemeinsame oder kollektive Fotografie ist eine Geste der Einheit und gleichzeitig eine Gelegenheit für gemeinsames Handeln. Natürlich betrachte ich Ihre Teilnahme an dem Gruppenfoto auch als eine Geste der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine.

 

Ich wünsche Ihnen alles Gute,

Dima Levytskyi

Mit Unterstützung des Goethe-Instituts Kiew

1.—17.
Juli
2022