Festival
in Bitterfeld-
Wolfen

Blutschwestern

lynn t musiol sammelt Geschichten von Menschen darüber, wie sie mit Krankheiten, Angst und Misstrauen umgehen, und macht daraus eine künstlerische Collage.

lynn t musiol forscht zu gesellschaftlicher Verunsicherung, die durch die Corona-Pandemie sichtbar wurde und sich seither in immer weiter gesteigertem Misstrauen gegenüber Institutionen, Wissenschaft und politischen Eliten äußert. Viren wie Corona oder vorher schon HIV erscheinen dabei nicht nur als medizinische Realität, sondern auch als Metapher für Prozesse der Ausbreitung: von Angst, Ohnmacht und Kontrolle ebenso wie von Solidarität, Dissens und kollektiver Handlungsmacht.

Durch Gespräche, Archivarbeit und das Sammeln von Erfahrungsberichten entsteht in „Blutschwestern“ eine Collage verschiedener Generationen und Kontexte in West und Ost. Der Titel ist abgeleitet von den blood sisters, die in Amerika zur Zeit der AIDS-Pandemie ehrenamtlich tätig waren. Die Recherche folgt den Wegen, auf denen Erfahrungen, Strategien und Haltungen zirkulieren – und untersucht, wie Formen „ansteckenden“ Widerstands entstehen, sich verbreiten und neue Handlungsspielräume eröffnen.

Im Rahmen der Netzwerkförderung des Fonds Darstellende Künste kooperieren das Festival OSTEN Bitterfeld-Wolfen und das Impulse Festival und tauschen sich über Transformationserfahrungen in Ost und West aus. In zwei künstlerischen Residenzen zwischen Sachsen-Anhalt und dem Ruhrgebiet recherchieren Mandy Unger und lynn t musiol zu ehemaligen Orten der Arbeit sowie zu queeren und bürgerschaftlichen Widerstandspraxen.

12.—27.9.
2026